Eier:
Was dir der Osterhase nie über Eier verraten hat
Ach ja, der Osterhase bringt die Ostereier im Frühling…mal genauer darüber nachgedacht eigentlich fällig zusammenhanglos, aber trotzdem gesellschaftlich anerkannt.
Tatsächlich hat diese Symbolik im Rahmen des christlichen Festes zur Auferstehung von Jesus Christus auch seinen Sinn.
Das Ei stand schon vor dem Christentum für als Symbol für Fruchtbarkeit und Neubeginn, weil aus dem ungeborenen/toten Inhalt Leben entsteht.
Der Hase wiederum steht mit seiner hohen Fortpflanzungsrate (zur Paarungszeit im Frühling) ebenfalls für Fruchtbarkeit. Das tierische Symbol ist je nach Religion aber auch verschieden, der Hase hat sich jedoch weitläufig durchgesetzt (ist ja auch ein niedlicher).
Doch wir beschäftigen uns genauer dem Ei, in unserem Falle vor allem das Hühnerei. Daneben existieren weltweit tatsächlich rund 20 weitere Tier-Eier, welche der Mensch kulinarisch nutzt.
Das Osterei, meist bunt bemalt, wird während der Festtage tatsächlich am zweithäufigsten verschenkt nach Süßigkeiten und das ist eine großartige Sache!

Das uns bekannte Hühnerei darf ernährungsphysiologisch zurecht als Superfood bezeichnet werden, so sehr dieser Begriff auch immer wieder missbraucht wird.
Gewissermaßen macht das ja auch direkt Sinn, den innerhalb der dünnen, aber dennoch unfassbar robusten Schale wächst ein vollständig neues Leben heran, ohne das irgendwelche Stoffe extern zugeführt werden (lediglich Wärme beim Brüten).
Auf Ebene der Makronährstoffe liefern uns Eier hauptsächlich Proteine und Fette. Bei den Mikronährstoffen versorgt uns dieses kleine Wunder mit allen Vitaminen außer Vitamin C sowie dem für unser Nervensystem unverzichtbaren Stoff Cholin.
Während das Eiweiß hauptsächlich aus Protein und Wasser besteht, liegen der Großteil der Mikronährstoffe sowie Fette und weitere Proteine im gold-gelben Eigelb (was seine Farbe übrigens vom enthaltenen Vitamin A hat).

Bei einem Blick auf die Makronährstoffe betrachten wir genauer das im Ei enthaltene Protein, welches dem Körper alle essentiellen Aminosäuren (also alle Bausteine für unseren Körper, welche er nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung zuführen muss) liefert und somit isoliert betrachtet sehr hochwertig ist.
Auch die enthaltenen Fettsäuren sind als neutral bzw. gesundheitsförderlich einzustufen. Hervorzuheben ist vor allem auch der durchaus relevante Anteil an Omega-3-Fettsäuren (je nach Fütterung).
Folgend dargestellt sind die Makronährstoffe eines durchschnittlichen Hühnereis der Größe M (ca. 50 g) aus Bodenhaltung. Die NRV (Nutrient Reference Values = Nährstoffbezugswerte) geben dabei Mindestreferenzen für die tägliche Nährstoffzufuhr an (keine Optimalversorgung).

Bei den Mikronährstoffen wird es interessant, aber zunächst räumen wir mit dem längst widerlegten Vorurteil des Cholesteringehaltes auf.
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff für unsere Zellmembranen und der Körper produziert den Großteil seines Bedarfs selbst (ca. 80-90 % je nach Literatur).
Auch wenn das Ei messbare Mengen an Cholesterin enthält, ist deren Rolle für den körpereigenen Cholesteringehalt praktisch irrelevant und selbst im Extremfall kann unser Körper die Eigenproduktion problemlos drosseln.
Hervorzuheben sind die relevant hohen Anteile an Vitamin B12, Vitamin B7, Selen und Cholin.
Folgend dargestellt sind die Mikronährstoffe eines durchschnittlichen Hühnereis der Größe M (ca. 50 g) aus Bodenhaltung.

Beim Blick in den deutschen Lebensmittelmarkt stehen uns verschiedene Haltungsformen zur Verfügung, zwischen welchen man in Hinblick auf ökologische und ethische Aspekte aussuchen kann, aber wie sieht es mit dem ernährungsphysiologischen Aspekt aus?
Während die Haltung an sich weniger Einfluss hat, spielt die Fütterung eine sehr entscheidende Rolle, denn schließlich kann nur das im Ei landen, was das Huhn auch futtern konnte.
Hühner aus großen und mittelgroßen Betrieben bekommen in der Regel ein Standardfutter mit angereicherten Nährstoffen, um eine möglichst gesunde Aufzucht und maximalen Ertrag zu gewährleisten.
Beim Bauern des Vertrauens aus dem Nachbarort kann das Futter stark variieren, was dem fertigen Superfood meist positiv zugutekommt.
An dieser Stelle sei aber zu betonen, dass auch ein Ei aus der Massenzucht immer noch das zweitnährstoffreichste Nahrungsmittel ist, was es gibt.
Wer nun genauer an den nährstoffreichsten Nahrungsmitteln und vermeintlichen Superfoods interessiert ist, der kann sich gerne an mich wenden. Bis dahin ein schönes Osterfest 2026, eurer Ernährungscoach Jannik Atlas!
